Vorstellungsgespräch auf einer Jobmesse
Das Vorstellungsgespräch auf einer Jobmesse ist für die Messebesucher der schwierigste Aspekt einer solchen Veranstaltung. Aber er ist auch der wichtigste. Immerhin stehen die Personaler wegen dem Bewerbungsgespräch am Messestand und die Besucher nehmen weite Anreisen auf sich, um sich gezielt vorstellen zu können. Schließlich bietet eine Berufsmesse auch einen ausgezeichneten Rahmen für ein Vorstellungsgespräch. Die vergleichsweise ungezwungene Atmosphäre und die freundliche Grundstimmung auf einer Jobmesse laden förmlich zur Kontaktaufnahme ein.
Die Personaler der Unternehmen sind geübte Gesprächspartner, viele Studenten und Absolventen tun sich jedoch schwer mit dem Bewerbungsgespräch. Der erste Kontakt muss geschickt hergestellt und die anschließende Unterhaltung am Leben gehalten werden. Das Jobmesse-Radar-Team gibt einige Tipps, die beim nächsten Vorstellungsgespräch während einer Messe helfen können.
Vorab informieren notwendig für ein gutes Gespräch
Auf einer Jobmesse ist das Vorstellungsgespräch sozusagen die erste Arbeitsprobe. Bei schriftlichen Bewerbungen ist dies i. d. R. die Bewerbungsmappe, doch niemand wird einem Personaler auf einem Recruiting-Tag schnell die Mappe in die Hand drücken und danach das Weite suchen. Für beide Bewerbungsarten gilt aber das Gleiche: Eine gute Vorbereitung ist die Basis für ein gelungenes Anschreiben bzw. ein gutes Vorstellungsgespräch. Daher solltest Du Dich im Vorfeld der Jobmesse über das Unternehmen informieren. Dazu eignet sich vor allem der Webauftritt des Unternehmens. Webseite.
Stelle nach der Recherche einen Fragenkatalog zusammen. Dabei sind gezielte Fragen für ein Vorstellungsgespräch besser als allgemeine Formulierungen. Es empfiehlt sich nicht, nach den allgemeinen Tätigkeiten im Unternehmen zu fragen. Das solltest Du bereits wissen. Besser sind auf vorhandenes Wissen aufbauende Fragestellungen.
Die richtige Kontaktaufnahme am Messetand
Für den richtigen Gesprächseinstieg existiert leider kein Patentrezept. Geh einfach auf einen Personaler zu, schau ihm in die Augen und stell Dich kurz vor. Dazu zählen nicht nur der Name, sondern auch der Studienschwerpunkt und für welche Rolle man sich im Unternehmen interessiert. So kann der Personaler schon zu Beginn des Vorstellungsgespräches besser einordnen. Eventuell noch mit anbringen, warum man gerade dieses Unternehmen spannend findet. Das war es im Prinzip auch schon. Der erste Kontakt ist hergestellt und das Vorstellungsgespräch kann beginnen. Wichtig ist hierbei, deutlich zu sprechen und vor allem, sich den Namen des Gesprächspartners zu merken. So kannst Du ihn im Verlaufe des Gesprächs ab und zu direkt ansprechen. Das schafft eine persönliche Nähe und Du bleibst länger im Gedächtnis des Personalers.
Den Gesprächsverlauf lenken
Während des Vorstellungsgespräches solltest Du inhaltliche Fragen stellen. Dabei aber nicht einfach nur Informationen erfragen, die auch auf der Webseite stehen. Nutze diese Fakten eher für weiterführende Fragen im Bewerbungsgespräch. Konkrete Fragen zeigen, dass Du Dich mit der Firma beschäftigt hast und unterstreichen Dein Interesse an einer Zusammenarbeitet. Frage nach offenen Stellen, dem Bewerbungsprozess, Anforderungen an Bewerber oder die Aufstiegschancen im Unternehmen.
Es empfiehlt sich, das Vorstellungsgespräch auf die eigenen Qualitäten zu lenken. Dies sollte nicht plump formuliert sein, im Sinne von „Hallo, ich bin flexibel, belastbar und arbeite gern im Team“. Verbinde Deine eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen mit offenen Stellen. Wenn der Job Fremdsprachen erfordert, mach auf Deinen Auslandsaufenthalte aufmerksam. Könnten vielleicht absolvierte Praktika relevant sein und was bringt das Studium für das Unternehmen? Finde Die Verbindungslinien zwischen Dir und dem Unternehmen und sprich sie an. Um das Bewerbungsgespräch ein wenig zu öffnen, kannst Du dem Personaler auch eine Kurzbewerbung in die Hand geben. So kann er sich einen ersten Überblick verschaffen und lernt dich gleich auf zweifache Weise kennen. Im Idealfall hat der Personaler am Ende des Vorstellungsgespräches den Eindruck gewonnen, dass Du perfekt ins Unternehmen passt.
Das Vorstellungsgespräch beenden und nach der Jobmesse in Kontakt bleiben
Wenn alle Fragen beantwortet sind, wird es Zeit, dass Vorstellungsgespräch geschickt zu beenden. Wie beim Einstieg gibt es auch hier keine Zauberformel. Überreiche Deinem Gesprächspartner bei Bedarf eine Kurzbewerbung – sofern du es nicht schon getan hast, bedanke Dich für das nette Gespräch und verabschiede Dich mit einem festen Händedruck. Unspektakulär, aber wirksam.
Ein paar Tage nach der Jobmesse empfiehlt es sich, ein weiteres Mal den Kontakt zum Unternehmen zu suchen. Ein kurzer Anruf oder eine E-Mail sind hier probates Mittel. Es geht nicht mehr darum, überzeugen zu müssen, sondern lediglich, sich ins Gedächtnis des Personalers zurückzurufen. Wenn der Personaler auf der Messe sein Interesse bekundet hat, könnte man über das weitere Prozedere sprechen oder das eigene Interesse an einem Job im Unternehmen betonen.
Zum Vorstellungsgespräch zählen auch Kleidungstil und Körpersprache
In einem früheren Artikel sind wir bereits auf den angemessenen Kleidungsstil eingegangen. Da dies aber nicht unterschätzt werden darf, hier noch einmal die Eckdaten: Unnötiges Gepäck an der Garderobe abgeben, saubere und zum Unternehmen passende Kleidung anziehen. Männer rücken sich mit einem gepflegten und gut sitzenden (!) Anzug ins rechte Licht. Frauen sollten bei ihrem Business-Kostüm auf Seriosität setzen. Die Faustregel für beide ist hier: Lieber etwas overdressed sein, als mit einem legeren Outfit beim Vorstellungsgespräch einen unseriösen Eindruck machen.
Die Körpersprache verrät bei einem Bewerbungsgespräch viel über die Person. Personaler achten sehr darauf, ob die Schultern hängen oder ob der Besucher nervös sein Gewicht von Bein zu Bein verlagert. Etwas Nervosität ist in Ordnung, aber achte auf eine gute Körperspannung und einen festen Stand. Die Körperhaltung sollte Selbstbewusstsein und Energie ausstrahlen. Hände aus den Taschen!
Noch ein kleiner Tipp: Probiere das Vorstellungsgespräch erst einmal bei Unternehmensständen, die nicht Deine absoluten Wunscharbeitgeber sind. So kannst Du das Vorstellungsgespräch üben und gewinnst Routine, um dann bei den Favoriten voll Punkten zu können.
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